Die Vorsätze für das neue Jahr schon zusammengestellt oder noch nicht einmal darüber nachgedacht?
Hier ein Auszug des neuen Bestsellers von Prof. Lothar Seiwert, dem Zeitmanagement-Experten. Sollten Ihre Vorsätze etwas mit dem Thema Zeit zu tun haben…
Wir empfehlen dieses Buch! Nicht nur, weil Agent CS selbst eine Geschichte gewidmet wurde.

“Es ist erstaunlich, wie viel man sich abnehmen lassen kann. Für alles gibt es Profis. In Frankfurt habe ich zum Beispiel den Chef einer dieser professionellen Service-Agenturen kennengelernt. Jens Schlangenotto heißt er, seine Firma heißt Agent CS. Das sind Berufsermöglicher. Gut, dachte ich, wollen wir doch mal sehen, was die draufhaben.
Vorgeschichte: In einem Männermagazin hatte ich eine Anzeige von Ralph Lauren entdeckt mit einem Outfit, für das ich nur ein Wort hatte: geil! Ein Anzug mit Weste, Hemd, Krawatte, Einstecktuch, so was von geschmackvoll! Den wollte ich haben. Ich hatte nachgeschaut, wo in Frankfurt der Ralph-Lauren-Flagship-Store ist: Opernplatz 8, tolle Adresse. Ich hatte mich auf den Weg gemacht. Im Laden hatte sich dann Ernüchterung eingestellt: Den Anzug gab es noch gar nicht. Ich fragte mich, warum die Werbung für etwas machen, was sie nicht liefern können, aber gut, der Anzug gefiel mir so sehr, dass ich ihn bestellte. Größe 52, ich ließ meine Karte da. Nach sechs Wochen rief ich an und musste hören, dass Ralph Lauren nun doch nicht produziert habe, sie würden ihn mir also nicht verkaufen können. Ich legte auf und wählte gleich noch mal: Jens Schlangenotto. Können Sie mir den Anzug besorgen? Ich wollte ihn unbedingt in der Bamberger Basketball-Arena anziehen, wo ich einen Vortrag vor 4.000 Leuten hatte. Es gab also einen klaren Auftrag mit einem fixen Datum.
Jens Schlangenotto sagte Ja. Ich war gespannt.
Dann startete eine fast nicht enden wollende Geschichte: Agent CS telefonierte mit Paris, dann mit USA, bis sie herausbekamen, dass die Werbekampagne international ausgerollt worden war, der Anzug aber nicht für Europa gedacht gewesen war. Da ich den aber so wollte, wurde er einzeln importiert. Ich wollte ja aber nicht nur den Anzug, sondern das komplette Outfit. Das Hemd musste als Einzelstück in Italien nachproduziert werden. Das Einstecktuch wurde aufgetrieben. Dann musste noch die Krawatte nachgebaut werden, denn die war als Einzelexemplar extra für das Fotoshooting angefertigt worden. Auch die Weste war nicht dabei gewesen, denn der Stoff der Weste wurde gar nicht mehr hergestellt, wie Agent CS herausbekam. Trotzdem wurde eine Weste geschneidert, die dem fotografierten Objekt möglichst nahe kam. Zwischendurch gab es noch Probleme mit dem Bezahlen, denn ich hatte nicht beachtet, dass am 14. Juli Nationalfeiertag in Frankreich ist, die Abbuchung wurde abgelehnt. Dadurch sprang ein Sicherheitssystem an, das die Abbuchung am nächsten Werktag ablehnte, weil ich mit der Karte noch nie in Paris etwas gekauft hatte, der Vorgang in Verbindung mit der recht hohen Summe also ein ungewöhnliches Bewegungsmuster darstellte. Als dann die Authentizität der Transaktion bestätigt war, war wiederum das Zeitfenster für den eingegebenen Code abgelaufen …es war ein Theater ohne Ende.
Und wissen Sie was? Das hat mir furchtbar Spaß gemacht!
Es war ein Riesenprojekt, mein Service-Agent hat keine Ruhe gegeben, bis alles geregelt war. Am Ende klappte es gerade noch rechtzeitig vor meinem Auftritt. Und der Anzug ist wirklich vom Feinsten. Die Weste begeistert mich nicht ganz so, sie ist keine komplette Weste, sondern hat hinten nur ein Band, das immer aufgeht. Agent CS hat mir deshalb hinterher noch einen Schneider besorgt, einen Italiener. Der war aber verreist, als ich mit meinem Teil dort ankam. Keiner wusste wohin und wie lange. Irgendwann war er dann wieder da und ging an die Arbeit. Die bestellten Knöpfe waren dann die falschen, es musste wieder etwas geändert werden, dann saß am Ende ein Knopf nicht ganz gerade, ich musste es noch mal ändern lassen und so weiter und so weiter, es nahm einfach kein Ende. Und es war so lustig. Ich hatte ja keinen Stress, denn ich hatte Jens Schlangenotto und seine Leute, die machten alles möglich, sie blieben am Drücker, bis alles erledigt war.”
Quelle: Seiwert, Lothar: „Ausgetickt. Lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert. Abschied vom Zeitmanagement“ Ariston Verlag, 2011. S. 247-248
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