„Hey Maik, ich habe da eine Idee.“ Im Sommer 2004 rief mich Jens mit diesen Worten an. Er erzählte mir etwas von einem Concierge Service – „wie im Hotel, nur für den privaten Bereich – also ohne übernachten zu müssen.“ – und dass er kürzlich darüber etwas in einem Magazin in Boston gelesen habe, als er dort war. „Sowas will ich in Deutschland machen. Kannst Du mir dafür mit Deiner Agentur eine Webseite bauen?“. Die Frage war schnell mit „Ja.“ beantwortet, denn aus meiner Studentenzeit hatte ich noch eine kleine Marketing-Agentur nebenbei mit ehemaligen Kommilitonen, in der wir genau so etwas machten: Webseiten erstellen. Kurze Zeit später trafen wir uns in Frankfurt im „Harvey’s“, um den Aufbau und die Inhalte der Webseite zu besprechen. Während des Gesprächs machte Jens Nägel mit Köpfen: „Ich will nicht nur eine Webseite von Dir. Alleine mache ich das nicht – lass uns das zu zweit machen!“

Zusammen oder gar nicht – das war hier also die Frage. Somit hatte ich eine weitere Aufgabe: Marktforschung. Wer bietet sowas in Deutschland bereits an? Wie groß ist der Wettbewerb und wie positionieren sich die Unternehmen? Zu meiner Überraschung gab es kein Unternehmen – außer American Express mit der Centurion-Karte als Zusatzservice -, das einen Concierge Service nach amerikanischem Vorbild in Deutschland anbot. Es gab lediglich ein Unternehmen in München, das sich „Concierge Service“ nannte und für Mitarbeiter in Unternehmen Hemden reinigte inkl. Hol- und Bringdienst. „That’s it?“ dachte ich – wie cool, dann haben wir ja den Bonus, in Deutschland die ersten zu sein. Außerdem waren wir von dem Service auch deshalb überzeugt, da wir als viel arbeitende Führungskräfte vor genau der Herausforderung standen, dessen Lösung ein Concierge Service bietet: mehr Zeit und weniger Stress für die viel und lange arbeitenden Führungskräfte. Also waren wir uns einig: let’s get started!

Nun muss man wissen, dass wir uns Mitte 2004 in Deutschland in einer Rezession befanden – zumindest hatten wir 2003 negatives Wachstum und wie es weitergehen würde, war noch ungewiss – und somit gab es viele gut gemeinte Warnungen von diversen Seiten, dass das doch zu riskant sei, sich selbstständig zu machen, vor allem auch noch mit etwas total Unbekanntem in Deutschland. Typisch deutsches Bedenkenträgertum. Unser Gedanke war ein anderer: Wenn etwas in Amerika funktioniert, kommt es früher oder später auch nach Deutschland. Und wenn wir jetzt unsere Hausaufgaben machen, geht es in ein bis zwei Jahren – wenn der konjunkturelle Aufschwung da ist – umso steiler bergauf. Gesagt getan. Am 13. Oktober 2004 haben wir in Frankfurt unser Gewerbe angemeldet: Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen aller Art für Privat- und Geschäftskunden. Und genannt haben wir unser Unternehmen „concierge SERVICES“.

Aus “concierge SERVICES” wird Agent CS

In den ersten Monaten war viel konzeptionelle Arbeit angesagt und die Richtung war noch etwas undefiniert und der Blick verschwommen. Mitte 2005 stand dann unser Fundament: Unsere Abonnements und unser by Call-Service. Mit diesem Konzept inkl. Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit gingen wir auf die Presse zu, die unsere Geschäftsidee mit offenen Armen begrüßte, denn es war etwas Neues in Deutschland und Journalisten lieben ja bekanntlich News (hier ein Artikel – einer von sehr vielen – aus der Wochenendbeilage “WEEKEND” des Handelsblattes und hier geht es zu einem TV-Beitrag aus der Anfangszeit). Das Glück der Tüchtigen wurde uns auch gelegentlich zuteil und unser Kundenstamm wuchs und wir mussten nicht mehr nur von unserem Ersparten leben. Neben unserem Büro in Frankfurt hatten wir zwischenzeitlich auch ein Büro in Berlin, da wir dort ein Projekt in einem Wohnhochhaus mit einem Präsenz-Concierge hatten. Wir führten auch Gespräche mit einem Investor, der von unserer Geschäftsidee so angetan war, dass er „das Ganze groß machen“ wollte. Wir entschieden uns dagegen und machten unser Ding weiter. Unser Credo war damals: Masse und Klasse schließen sich aus. Wir wollten Klasse und das bekamen unsere Kunden auch.

Logo von 2006 inkl. ClaimAls das Geschäft wuchs und wir immer mehr Touchpoints mit Kunden und Lieferanten hatten, haben wir bemerkt, dass unser Name Mist war. Das Wort Concierge konnte kaum jemand aussprechen geschweige denn buchstabieren und zusammen mit dem Wort Services war der Zungenbrecher perfekt. Das war schlecht für den Empfang von eMails, denn gefühlt kam jede dritte eMail nicht an, da das Buchstabieren von “info at concierge-services.de” unsererseits zwar einwandfrei klappte, das Sender-Empfänger-Modell hier aber seinen typischen Charakter offenbarte: die Information entsteht immer beim Empfänger. Schlecht für uns. Und somit wurde es Zeit, den alten Namen, das alte Logo und die alte Firmierung hinter uns zu lassen. Nach zwei Jahren haben wir Profis ans Werk gelassen und heraus kam: Agent CS. Kurze Zeit später gründeten wir unsere GmbH (wir waren zu Beginn eine GbR) und der Rest ist Geschichte.

Nun gibt es Agent CS – inkl. der Zeit von concierge SERVICES – bereits seit knapp 15 Jahren. Ja, wir würden es wieder machen. Und ja, wir haben Fehler gemacht und würden diese beim nächsten Mal vermeiden. Doch alles in allem ist es eine Erfolgsgeschichte. Wir haben ja nicht nur unseren Concierge Service gegründet, sondern auch andere Unternehmen mitgegründet und erfolgreich gemacht – diese Erfahrungen sind Gold wert.

Klassischer Concierge Service, People Management und Mitarbeiter-Benefits

Heute hat Agent CS mehrere Standbeine bzw. mehrere Nischen, in denen wir tätig sind. Doch alle haben mit unserer Kernkompetenz zu tun: Planen, Organisieren, Vermitteln, Netzwerken, Durchführen – und das auf Top-Niveau. Es gibt unseren klassischen Concierge Service bzw. unsere „persönliche Assistenz auf Abruf“. Daraus entwickelt hat sich der Bereich „People Management“, mit dem wir bereits seit über 10 Jahren sehr erfolgreich sind. Und was in den letzten Jahren immer mehr nachgefragt wird, ist unsere persönliche Assistenz auf Abruf als Mitarbeiter-Benefit. Was bedeutet das bzw. wie funktioniert das? Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern – manche auch nur den Führungskräften – unseren Assistenz-Service zu Verfügung, zum Teil 24/7, also rund um die Uhr, und bezahlen ihren Mitarbeitern diesen. Wie cool ist das denn bitte!? Als Mitarbeiter kann ich mich also voll auf meine Arbeit konzentrieren, egal was privat oder beruflich ansteht, denn Agent CS organisiert alles und mein Arbeitsgeber bezahlt den Service. Kein Stress also wg. beruflicher und privater Dinge, die auf einmal erledigt werden wollen. Das ist Mitarbeiterbindung par excellence. Das hebt das Arbeitgeberimage des Unternehmens, das so etwas für seine Mitarbeiter anbietet, aufs nächste Level. Dieser Arbeitgeber muss sich im Prinzip keine großen Sorgen um Fachkräftemangel oder zu wenige qualifizierte Mitarbeiter machen, denn so etwas hat Sogwirkung. Mehr denn je, denn der Wunsch von Mitarbeitern nach mehr Zeit, Flexibilität und Work-Life-Integration wird immer stärker und wird mit unserem Mitarbeiter-Benefit befriedigt.

Wir sind gespannt, wie unser Rückblick in 15 Jahren aussieht…

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